"Mann" singt

  



Chronik

1933-1938

Das "Dritte Reich" ging nicht spurlos an den Gesangvereinen vorbei. Schon der Gausängertag am 11. Juni 1933 in Munderkingen stand "ganz im Zeichen der nationalen Erhebung, was auch durch die Anwesenheit des Herrn Landtagsabgeordneten sowie des Herrn Landrates" und die "vaterländischen Reden, die gehalten wurden" zum Ausdruck kam. Die vorgetragenen Lieder waren entsprechend: "Wo gen Himmel Eichen ragen", "Dir möcht ich diese Lieder weihen, geliebtes, teures Vaterland" oder "Neues Deutschland".

Auf der außerordentlichen Generalversammlung am 3. Juli 1933 stand dann auf der Tagesordnung "Gleichschaltung des Gesangvereins im Sinne der nationalen Regierung". Der Chronist schreibt:

"Indem überall sämtliche Vereinsvorstände und Ausschüsse neu zu bestellen sind und wobei vor allem Mitglieder oder nahestehende Personen der N.S.D.A.P. zum Zuge kommen sollen, trat heute die ganze Vorstandschaft sowie der Ausschuß zurück."

Die geheime Wahl brachte aber kaum Änderungen, insbesondere wurde der "alte, bewährte Vorstand Martin Seifert wieder gewählt und zwar einstimmig. Diese Wahl machte speziell seiner Person sowie aber auch dem ganzen Verein alle Ehre." Die Sänger hatten offensichtlich den Mut, das Nichtparteimitglied Martin Seifert wiederzuwählen.

Die Fahnenweihe am 10.6.1934 war ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.

Zu dieser Zeit hatte der Chor 32 Mitglieder. Ein besonderes Erlebnis war der erste größere Vereinsausflug, erstmals mit dem Bus, an den Bodensee, der durch den guten Kassenstand nach dem Fest möglich war.

Doch allzu schnell folgte auf diese Höhepunkte im Vereinsleben eine gewisse Ernüchterung, denn der erfolgreiche Dirigent Alfons Kittel verließ Berg nach 9jähriger Tätigkeit. Bis der neue Lehrer Alfred Hesslinger den Chor übernahm, sprang Amtsverweser Lehrer Schell als Aushilfsdirigent ein. Im gleichen Jahr, 1935, übernahm Georg Maier sein erstes Vereinsamt, er wurde Kassier. Auch unter Dirigent Hesslinger glänzten die Berger Sänger bei Wertungssingen. Am 16. Juli 1939 erhielten sie in Munderkingen beim Sängerfest des Gaues die Note "sehr gut". Als Lohn wartete zu Hause der von Vorstand Martin Seifert gestiftete Bockbraten mit Freibier.

 Fortsetzung: Kriegs- und Nachkriegszeit mit Wiederbeginn 1949

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